Originaltitel: BOLÉRO
F 2024, 121 min
FSK 6
Verleih: X Verleih
Genre: Drama, Biographie, Musik
Darsteller: Raphaël Personnaz, Doria Tillier, Jean Ballibar
Regie: Anne Fontaine
Kinostart: 06.03.25
Seinem Kollegen, dem Komponisten Arthur Honegger, soll Maurice Ravel mal anvertraut haben: „Ich habe nur ein Meisterwerk zustande gebracht, das ist der ‚Boléro‘; leider enthält er keine Musik.“ Hübsches Bonmot. Zumal in Anbetracht eines Films, der sich jetzt dieses Meisterwerk zur Brust nimmt. Für eine Erkundung dessen, was man gemeinhin „Schaffensprozeß“ nennt, sanft ausgeleuchtet mit Biopic-Szenen, die das Leben Ravels (1875–1937) illustrieren.
Schlicht BOLÉRO nennt Regisseurin Anne Fontaine ihren nach sehr klassischem Arthouse-Schnittmuster gefertigten Film. Der sieht in gediegenem Sinne gut aus und hört sich dank Ravels Musik auch so an. Bietet zudem einen bunten Strauß tiefsinniger Sätze („Diese Musik ist der Marsch der vorrückenden Zeit“) oder Dialoge sensiblen Künstlertums (Sie: „Sie wirkten vorhin so verloren.“ - Er: „Ja, verloren in meiner eigenen Musik.“). Darüber hinaus beweisen Kostüm und Ausstattung viel Liebe zum Detail und wird Monsieur Ravel gern mit Zigarette und schnurrender Katze im Bett gezeigt. Schaffensprozeß, gemütlich.
Klar: Konflikte, Seins- und Sinnkrisen gibt es auch. Und wie es sich gehört, helfen bei deren Bewältigung vor allem starke Frauen, die den eher introvertierten Maestro immer wieder auf die rechte Bahn bringen und von seinen Zweifeln erlösen. Allen voran die Choreographin und Tänzerin Ida Rubinstein, die Ravel einst den Kompositionsauftrag für jene Ballettmusik erteilte, die dann 1928 als „Boléro“ seine Uraufführung finden sollte. Und heute eines der weltweit populärsten Orchesterstücke ist; -zigfach aufgeführt, gecovert und in allen möglichen und unmöglichen Stilvarianten interpretiert. Schon erstaunlich für eine Komposition, die nur aus einer Melodie- und Rhythmuswiederholung, einem bloßen, sich steigernden Ostinato besteht. Und insofern vielleicht tatsächlich „ohne Musik“ ist.
Daß die Ironie, die darin mitschwingt und die ja schon Ravel bewußt war, dann so gar keinen Raum in Fontaines Film findet, ist ein Grund für dessen recht museale Anmutung. Der andere, weit gravierendere aber ist, daß der insgeheime Garant des „Boléro“-Dauererfolgs ebenso fehlt: die vibrierende, trancehafte Sinnlichkeit, die ihn durchzieht.
[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.
Schauburg: 16:30
Schauburg: 16:30
Passage Kinos: 14:00
Schauburg: 16:30
Passage Kinos: 14:00
Passage Kinos: 14:00
Schauburg: 16:30
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