Originaltitel: HUNDREDS OF BEAVERS

USA 2022, 108 min
FSK 12
Verleih: Lighthouse

Genre: Komödie, Schräg, Stummfilm

Darsteller: Ryland Brickson Cole Tews, Olivia Graves, Wes Tank, Doug Mancheski

Regie: Mike Cheslik

Kinostart: 13.02.25

Noch keine Bewertung

Hundreds Of Beavers

… sind dann doch zu viele

Zunächst die gute Nachricht: Man dürfte auf wirklich sehr lange Sicht kaum etwas nur annähernd so Gagdichtes sehen. Aber jetzt die schlechte: Das bedeutet keineswegs automatisch alle Schranken sprengenden Spaßfaktor. Handlungstechnisch bleibt’s rudimentär – ein vom Schicksal dazu geformter Jäger bestreitet mittelprächtig erfolgreich seinen Lebensunterhalt, bis der Pelzhändler, in dessen Tochter er sich schockverliebte, Biberfelle quasi vergoldet. Leider verteidigen die Nager ihre Haut voller grimmiger Cleverness.

Das Ganze stumm, in Schwarzweiß, mit starkem Filmkorn, ergo eine Hommage an Buster Keaton und Kollegen, dabei grundsätzlich kreativ, angeschrägt und optisch weit hochwertiger, als das Großproduktionsportokassenbudget eigentlich erlaubte. Bloß auch selbstbewußt auf 108 Minuten gewalzt, was den gefühlten Anspruch „Jede zehnte Sekunde ein Gag!“ bald zur Repetition zwingt. Menschen, die herzhaft über ihre eigenen Scherze lachen und selbige, um mögliche Nichtwahrnehmungsrisiken zu minimieren, sicherheitshalber lauthals wiederholen, stört das vermutlich wenig.

Zurückhaltenderen Naturen gefriert das anfänglich breite Grinsen indes peu à peu zum genervten Zähneblecken, wenn ohne Steigerung einfach zum drölfzigsten Mal der brutale Specht loslegt oder am laufenden Filmmeter verkleidete Statisten aufgespießt bzw. gefressen werden. Irgendwann droht schließlich Langeweile, aus der zwar hier und dort gelungen Neues reißt, wozu ein (im Wortsinne) ziemlich abgefahrener Showdown zählt. Zum mancherorts bereits ausgerufenen Höhepunkt des noch jungen Kinojahres oder gar Instant-Kult fehlt dann allerdings doch einiges.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...